Impostor-Syndrom: Wenn Erfolg sich wie Betrug anfühlt.

Für Professionals, die trotz Kompetenz und Erfolg das Gefühl haben, ein Hochstapler zu sein.

Kenne Sie diese Gedanken? Sie haben einen wichtigen Auftrag gewonnen. Ihr Team gratuliert Ihnen – aber innerlich denken Sie: „Ich hatte nur Glück. Beim nächsten Mal fliege ich auf.“

Dr. Dirk Franssens
Coaching & Beratung
Schema Coaching

Was ist das Impostor-Syndrom?

Das Impostor-Syndrom (auch Hochstapler-Syndrom) beschreibt das Phänomen, dass Menschen trotz objektiver Erfolge und Qualifikationen ihre eigenen Leistungen nicht als verdienten Erfolg anerkennen können..

Das Impostor-Syndrom ist keine psychische Störung, sondern ein psychologisches Phänomen, das überraschend häufig vorkommt. Studien zeigen: Bis zu 70% aller Menschen erleben irgendwann in ihrem Leben Impostor-Gefühle.

Die Merkmale

Ihre Kompetenz anzweifeln
Erfolge nicht ihrer eigenen Leistung zuschreiben
Permanent Angst haben, „aufzufliegen“
Sich wie Betrüger fühlen

Besonders betroffen sind:

Hochqualifizierte Professionals
Menschen in Führungspositionen
Frauen in männerdominierten Branchen
Menschen, die schnell aufgestiegen sind
Perfektionisten

Der innere Dialog beim Impostor-Syndrom:

„Ich habe nur Glück gehabt.“
„Jeder andere hätte das auch geschafft.“
„Die überschätzen mich. Irgendwann merken sie, dass ich nicht gut genug bin.“
„Ich fühle mich wie ein Betrüger.“
„Wenn ich einen Fehler mache, fliege ich auf.“

Diese Gedanken sind hartnäckig – und resistent gegen objektive Beweise. Sie können hundert Erfolge haben – das Impostor-Syndrom findet immer einen Grund, warum diese „nicht zählen“.

Wie zeigt sich das Impostor-Syndrom im Beruf?

Erfolge kleinreden

Sie schreiben Ihre Erfolge äußeren Faktoren zu: Glück, Timing, der Hilfe anderer – nur nicht Ihrer eigenen Kompetenz.

Beispiel: Sie gewinnen einen großen Kunden. Ihre Erklärung: „Der hatte keine anderen Optionen. Ich hatte einfach Glück.“ Die Tatsache, dass Sie monatelang hart gearbeitet und überzeugend präsentiert haben? Spielt keine Rolle.

Überarbeitung und Perfektionismus

Sie kompensieren Ihre vermeintliche Inkompetenz durch exzessive Vorbereitung. Sie arbeiten doppelt so viel wie andere – nicht aus Ehrgeiz, sondern aus Angst, entlarvt zu werden.

Beispiel: Sie bereiten eine 30-Minuten-Präsentation tagelang vor, recherchieren jedes Detail, erstellen dreißig Backup-Folien – weil Sie Angst haben, eine Frage nicht beantworten zu können.

Angst für Sichtbarkeit

Sie vermeiden Situationen, in denen Sie im Mittelpunkt stehen könnten. Beförderungen, Projekte, Vorträge – alles, was Sie exponiert, fühlt sich riskant an.

Beispiel: Ihr Chef fragt, wer ein prestigeträchtiges Projekt leiten möchte. Sie haben die Kompetenz – aber Sie melden sich nicht. Zu groß ist die Angst zu versagen.

Feedback wird nicht geglaubt

Positives Feedback prallen an Ihnen ab. Sie denken: „Die sagen das nur, um nett zu sein.“ Negatives Feedback hingegen bestätigt Ihre Selbstzweifel: „Siehst du, ich bin doch nicht gut genug.“

Beispiel: Ihr Chef lobt Ihre Arbeit ausdrücklich. Ihre Reaktion: „Der weiß nicht, wie viele Fehler ich gemacht habe.“

Chronischer Selbstvergleich

Sie vergleichen sich permanent mit anderen – und kommen immer zu kurz. Jeder andere scheint kompetenter, talentierter, erfolgreicher.

Beispiel: Ihr Kollege hält eine gute Präsentation. Statt zu denken „Das war gut“, denken Sie: „Warum kann ich das nicht so gut wie er?“

Angst vor dem „Auffliegen“

Sie leben in ständiger Sorge, dass jemand merkt, dass Sie angeblich inkompetent sind. Jede Herausforderung fühlt sich wie ein Test an, den Sie nicht bestehen werden.

Beispiel: Sie bekommen eine neue Aufgabe, die Sie noch nie gemacht haben. Sofort denken Sie: „Jetzt merken alle, dass ich keine Ahnung habe.“

Die fünf Typen des Impostor-Syndroms

Nicht jeder erlebt das Impostor-Syndrom gleich. Forscher unterscheiden fünf Haupttypen:

Woher kommt das Impostor-Syndrom?

Das Impostor-Syndrom hat meist mehrere Wurzeln:

Woher kommt das Impostor-Syndrom?

Das Impostor-Syndrom hat meist mehrere Wurzeln:

Hohe Erwartungen in der Kindheit: Liebe und Anerkennung waren an Leistung gekoppelt. Sie haben gelernt: „Ich bin nur wertvoll, wenn ich perfekt bin.“
Vergleich mit Geschwistern: Sie wurden ständig verglichen – und kamen oft zu kurz. Das Gefühl, „nicht so gut wie…“ zu sein, ist geblieben.
Stereotype und gesellschaftliche Botschaften: Als Frau in einer männerdominierten Branche, als Person of Color in einer mehrheitlich weißen Organisation – Sie haben gelernt, dass Sie sich doppelt beweisen müssen.
Frühe Erfolge ohne Anstrengung: Vieles fiel Ihnen leicht. Als die Herausforderungen größer wurden und Sie sich anstrengen mussten, interpretierten Sie das als Zeichen von Inkompetenz.
Kritische oder abwesende Bezugspersonen: Lob war selten, Kritik häufig. Sie haben gelernt: „Ich muss mir das Recht auf Erfolg verdienen – immer wieder.“
Perfektionismus als Familienwert: In Ihrer Familie war nur das Beste gut genug. Fehler waren inakzeptabel.

Die Kosten des Impostor-Syndrom

Das Impostor-Syndrom ist nicht nur unangenehm – es hat konkrete Auswirkungen:

Beruflich:
Verpasste Chancen: Sie bewerben sich nicht auf Positionen, für die Sie qualifiziert sind.
Unterbezahlung: Sie verhandeln Ihr Gehalt nicht, weil Sie denken, Sie sind es nicht wert.
Überarbeitung: Sie arbeiten doppelt so viel wie nötig, um Ihre vermeintliche Inkompetenz zu kompensieren.
Fehlende Sichtbarkeit: Sie halten sich zurück, überlassen anderen die Bühne.
Burnout-Risiko: Die permanente Anstrengung, „gut genug“ zu sein, erschöpft Sie.
Emotional:
Chronische Angst: Die Sorge, aufzufliegen, ist permanent präsent.
Keine Freude an Erfolgen: Sie können Erfolge nicht genießen – sie fühlen sich wie Betrug an.
Selbstzweifel: Sie vertrauen Ihren eigenen Fähigkeiten nicht.
Isolation: Sie teilen Ihre Gefühle nicht, weil Sie denken, Sie sind die Einzige, die sich so fühlt.

Wie Schema-Coaching beim Impostor-Syndrom hilft

Im Schema-Coaching arbeiten wir nicht mit positiven Affirmationen oder Erfolgslisten. Stattdessen gehen wir an die Wurzel:

Schritt 1:
Erkennen & Verstehen

Was passiert:
Wir identifizieren Ihr individuelles Impostor-Muster und erkunden die zugrunde liegenden Schemata. Sie verstehen, warum Sie trotz Erfolgen zweifeln – und dass Sie nicht allein sind.

Das Ergebnis:
Das Impostor-Syndrom verliert seine Macht über sie, weil Sie die psychologische Mechanik dahinter durchschauen.

Methode: Psychoedukation, Musteranalyse, Imaginationsübungen, Stuhldialoge

Schritt 2:
Verändern & Stärken

Was passiert:
Wir stärken Ihren „Gesunden Erwachsenen“ – einen inneren Zustand, in dem Sie Ihre Kompetenz realistisch einschätzen, Erfolge annehmen und Fehler als Teil des Prozesses akzeptieren.

Das Ergebnis:
Sie entwickeln ein stabiles, realistisches Selbstbild – unabhängig von äußerer Bestätigung.

Methode: Modus-Arbeit, Erfolgsjournal, Selbstmitgefühl-Übungen, kognitive Umstrukturierung

Schritt 3:
Erproben & Verankern

Was passiert:
Wir erarbeiten konkrete Experimente für Ihren Berufsalltag: Um eine Gehaltserhöhung bitten, sich für ein Projekt bewerben, Komplimente annehmen – ohne sie zu relativieren.

Das Ergebnis:
Sie sammeln neue Erfahrungen und merken: Die Welt bricht nicht zusammen, wenn Sie Ihre Kompetenz zeigen.

Methode: Verhaltensexperimente, Rollenspiele, Reflexion, Integration

Häufige Fragen zum inneren Kritiker

So arbeiten wir zusammen

SCHRITT 1

Erstgespräch

Wir klären, wie sich das Impostor-Syndrom bei Ihnen zeigt und welche Situationen Sie am meisten belasten

SCHRITT 2

Analysephase

Wir identifizieren die zugrunde liegenden Schemata und die Ursprünge Ihrer Selbstzweifel

SCHRITT 3

Veränderung

Mit gezielten Übungen und Dialogen entwickeln Sie ein realistisches Selbstbild und lernen, Erfolge zu internalisieren

SCHRITT 4

Integration

Sie verankern die Veränderungen im Alltag und lernen, mit aufkommenden Selbstzweifeln konstruktiv umzugehen

Sind Sie bereit, das Impostor-Syndrom hinter sich zu lassen?

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